Die Reise als Förderung der eigenen Wissenschaft

 21. October 2008

Sollte mich jemand um Rat fragen, bevor er eine Reise unternimmt, würde meine Antwort davon abhängen, ob er eine ausgeprägte Neigung für einen Wissenszweig besitzt, welche dadurch gefördert werden könnte … Es ist notwendig, sich auf einen Ertrag zu freuen, wie fern er auch sein mag.
Charles Darwin
darwin_1.jpg Charles Darwin 1875, H.P. Robinson/Bettmann/Corbis

Lichtbildervorträge

 22. August 2008

Wenn einer eine Reise tut, so kann er nichts erzählen:
Das fiel mir schon ziemlich früh auf. Die unglaubliche Sprachlosigkeit Gesellschafts- und auch Einzelreisender: Sie reicht zur Stille, um so mehr zur Stummheit.
Das gibt dann Lichtbildervorträge.

Ilse Aichinger

reisende1.jpg

Reisen

 29. July 2008

“Reisen scheint alle Gefühle zu intensivieren.
Peter Høeg

Postkarten als Quelle der Imagination

 12. December 2007

Karl May war ein waschechter Gaukler. Er gab vor, direkt aus der Welt von Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi zu kommen, die er in seinen Büchern beschrieb. Aber er hatte zum Zeitpunkt des Schreibens keinen der von ihm beschriebenen Schauplätze selbst besucht. Aus zweiter Hand, also in Büchern, Zeitschriften und Zeitungen fand er das nötige Hintergrundwissen für seine Erzählungen. Die Ausstellung „Karl May – Imaginäre Reisen“ im DHM zeigt weitere Quellen der Inspiration, wie Fotographien, Postkarten und Verpackungen mit exotischen Motiven, deren Sammeln gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Reiseersatz diente. Sie weckten Neugierde und Sehnsüchte, als das Reisen über Europa hinaus noch teuer, beschwerlich und letztlich nur Wenigen vorbehalten war. Und Karl May war so erfolgreich, weil er diese Gefühle bediente. Heute ist May nicht mehr populär, weil Reisen keine Exklusivität mehr besitzen – höchstens noch für Kinder. Und schon alleine wegen des Photos „Karl May mit kostümierten Gästen in seinem Garten, 1906“ lohnt sich ein Besuch der Ausstellung.

Wir Nordländer

 27. November 2007

“Wollen wir Nordländer wirklich verreisen, das heisst, uns von dem Eigensten und Heimlichsten entfernen, so reisen wir gen Süden. Nur dort erhoffen wir blassen, in uns gekehrten Eigenbrödler, uns selber zu begegnen. Fremder unter Fremden.” (Aus: Rub’ Al-Khali von Michael Roes. Übrigens mein nächster Interviewpartner.)

Rückreisen

 17. October 2007

Das Reisen, das gleichsam eine höhere und ernstere Wissenschaft ist, führt uns zu uns zurück.“
Albert Camus

Aufprall des Fremden

 3. July 2007

“Im Grunde sind äußere Reisen nicht von ganz anderer Art als innere, imaginäre Reisen. Nur der Aufprall des Fremden wirkt handgreiflicher, sichtbarer”, so der Kulturtheoretiker Hans-Jürgen Heinrichs. “Alles, was einer woanders erlebt, kann er, im Prinzip auch zu Hause erleben. Nur hindert ihn in der eigenen Kultur allzuoft das Eingespielte des Alltagslebens daran, sich für anderes zu öffnen.”

Reiseliteratur auf krummen Touren

 18. June 2007

Nein, die Branche der Reiseschriftstellerei ist nicht ausgestorben. Sie ist nur ins journalistische Abseits der Tourismuswerbung geraten. Sie feiert im Hochglanzstil traurige Feste zunehmender Bedeutungslosigkeit. Im Reiseblatt publiziert zu werden, bedeutet glatte Herabstufung… Ist nicht das Abenteuer der Ferne, der Fremde tatsächlich zum ekelhaften Duft der großen, weiten Welt verkommen?
(Horst Krüger, zitiert von T. Gohlis)

Heimatflucht

 15. June 2007

Die Krimis von Glenn Meade spielen in Deutschland, Ägypten, den USA – niemals in seinem Heimatland Irland. Warum das so ist, erklärte er im Deutschlandfunk folgendermaßen:
Ich wuchs in einem typischen Dubliner Arbeiterviertel auf. Wir lebten in einer Hafengegend und das Letzte, was ich mir wünschte, war, genau hier zu leben. Hier passierte nichts interessantes – nichts exotisches. Ich kannte jede Straße, jede Gasse. Für mich war Reisen schon immer etwas Besonders.
Damals entdeckte er seine Lust daran, weiße Blätter mit Buchstaben zu füllen.

Wunschbesetzte Orte

 9. May 2007

Damals gab es viele weiße Flecke auf der Erde und wenn ich einen besonders verlockend sah (aber verlockend sind sie alle), legte ich den Finger darauf und sagte: Wenn ich groß bin, gehe ich dorthin.
Joseph Conrad

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